So geht es den Löwen-Jungtieren im Kölner Zoo

Köln - 01. Februar 2026


So geht es den Löwen-Jungtieren im Kölner Zoo 

Geschlecht steht fest: Ein Männchen, zwei Weibchen – Live-Cam gibt Einblick in Backstage-Bereich

 

Den Ende November vergangenen Jahres im Kölner Zoo geborenen drei Asiatischen Löwen-Jungtieren geht es weiterhin sehr gut. Mutter „Gina“, 11, versorgt die Kleinen vorbildlich und füllt die Mutterrolle optimal aus. Die Jungtiere sind proper und wohlgenährt. Sie halten sich überwiegend in der von außen nicht einsehbaren Wurfbox im Backstage-Bereich der Kölner Löwenanlage auf. Seit kurzem wird das Trio selbstständiger, erweitert den Radius und erkundet neue Bereiche der Innenanlage. 


 

Die Jungtiere lassen sich bei genauer Beobachtung bereits an ihrer unterschiedlichen Größe und den Schnurrhaar-Punkten an den Gesichtsseiten unterscheiden. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger haben immer noch wenig Kontakt zum Nachwuchs. Dies ist Absicht, um die innerartliche Sozialisierung nicht zu stören. Am vergangenen Montag wurden die Tiere zum ersten Mal untersucht, geschlechtsbestimmt, gewogen, geimpft und vorsorglich entwurmt. Es handelt sich um einen Kater und zwei Katzen mit je sieben bis acht Kilogramm Gewicht. Die Namensgebung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Zoo das Trio öffentlich vorstellt. Die Auswahl wird sich am indischen Sprachraum, dem Heimatgebiet der in Köln gehaltenen Löwen, orientieren und durch die Tierpflegerinnen und Tierpfleger getroffen.

 

Jungtiere wahrscheinlich im März zu sehen

Dr. Alexander Sliwa, Kurator im Kölner Zoo: „Die Jungtiere entwickeln sich unseren Beobachtungen und Untersuchungen nach sehr gut. Sie laufen bereits gut und verlassen die Wurfbox für erste kurze Ausflüge in die weiteren Ställe und in das Vorgehege der Anlage.“ In vier Wochen erhalten die Kleinen die zweite Impfung. Vom Schema ist das dieselbe Grundimmunisierung, die auch Hauskatzen erhalten. Dr. Sliwa: „Danach werden die Jungtiere auch auf der Außenanlage für unsere Gäste zu sehen sein. Wann das im März genau sein wird, lässt sich jetzt noch nicht vorhersagen.“

 

Vater der drei ist der neunjährige Kater „Navin“. Er hält sich weiterhin – wie auch in der Wildnis üblich – getrennt von Mutter und Nachkommen auf, hat die Jungtiere aber schon am Gitter des Vorgeheges begrüßt. Der Kölner Zoo nutzt dafür die verschiedenen Bereiche und Separierungsmöglichkeiten der vor wenigen Jahren modernisierten Löwen-Anlage.

 

Erhaltungsprogramme in Zoos

Der Kölner Zoo hält seit gut 25 Jahren Asiatische Löwen. Insgesamt 18 Jungtiere erblickten am Rhein schon das Licht der Welt. Löwen, inklusive der Löwen in Afrika, sind inzwischen als Art von der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf der Roten Liste als „gefährdet“ (vulnerable) geführt. Die letzten der einst weit verbreiteten Asiatischen Löwen haben sich im und um den Gir Nationalpark, gelegen im nordwestindischen Bundestaat Gujarat, gehalten. Dort schützte man die verbliebenen 20 bis 50 Tiere effektiv. Ihre Population war die Basis für die nun inzwischen wieder mehr als 600 Löwen im Gir Wald-Ökosystem und die insgesamt 150 Asiatischen Löwen des Erhaltungsprogramms (EEP) in Europäischen Zoos.

Die Kölner Nachzuchten sind für diese Erhaltungsprogramme sehr wichtig.

 

Der Kölner Zoo hat eine Live-Cam installiert, mit der die Gäste auf die Jungtiere blicken können. Den Monitor mit dem Live-Cam-Bild finden Zoo-Gäste in der „Tigerhöhle“ zwischen Löwen- und Tigeranlage.

 

Fotos: Dr. A. Sliwa

Quelle: Kölner Zoo / Ch. Schütt