Menschen, Bilder, Orte

Köln - 02. Februar 2022


"Menschen, Bilder, Orte – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland"

       

Die Wanderausstellung gastiert im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln 


Wanderausstellung Köln Annettehiller 002752© ANNETTE HILLER
Die Wanderausstellung „Menschen, Bilder, Orte – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ des MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln im Landeshaus des LVR, August 2021

Vom 11. Februar bis zum 27. März 2022 zeigt das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln die Wanderausstellung "Menschen, Bilder, Orte – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Die Ausstellung mit vier multimedialen Kuben wurde vom MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln im Rahmen des Festjahres zu 1700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland (#2021JLID) konzipiert und war bereits im vergangenen Jahr in Essen, Münster, Köln (LVR-Landeshaus), Wesel und Dortmund zu sehen. Das Festjahr wurde nun offiziell verlängert, sodass die Ausstellung noch weiter, nun auch bundesweit, zu sehen sein wird.  

Zur Eröffnung am 10. Februar 2022, 19 Uhr, sprechen Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur der Stadt Köln, Dr. Annemone Christians-Bernsee, Kommissarische Direktorin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, sowie Ruth Schulhof-Walter, Vorstandsmitglied des Vereins "321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.". Dr. Laura Cohen, Projektkoordinatorin des Festjahres im MiQua, führt in die Ausstellung ein.  

Ausgehend vom Dekret Kaiser Konstantins von 321 erzählt die Wanderausstellung mit einem geografischen Fokus auf das Rheinland und Westfalen die Geschichte und Geistesgeschichte des Judentums in Deutschland. Das Gesetz Konstantins veranlasste, dass Juden reichsweit in den Provinzhauptstädten im Römischen Imperium von nun an in den Stadtrat berufen werden konnten. Die Urkunde richtet sich explizit an den Kölner Stadtrat und ist die früheste Quelle, die exemplarisch für das spätantike Köln wie für die Regionen nördlich der Alpen jüdisches Leben belegt.  

Die Erzählung ist an biografischen Zeugnissen konkreter Personen ausgerichtet, deren Lebenswege markante Ereignisse und Epochen jüdischer Geschichte in Deutschland widerspiegeln und die Perspektive auf den europäischen Raum ausweiten.

Der Fokus liegt auf der Alltagsgeschichte. Ausgehend von Kölner Bürger*innen wie Abraham von Oppenheim, Isaac Offenbach, David Levy-Elkan, Leonhard Tietz, Max Bodenheimer, David Wolffsohn, Fritz Deutsch, Richard Stern oder Edith Stein werden für den Blick auf einen gesamtdeutschen Kontext weitere wichtige Persönlichkeiten für die Meilensteine in Geschichte und Politik dieser 1700-jährigen Tradition vorgestellt: stellvertretend Moses Maimonides, Moses Mendelssohn, Heinrich Heine, Fanny Hensel, Regina Jonas, Margot Friedländer, Leo Baeck, Heinrich Graetz, Hans Samuel, Friedrich Hollaender und Heinrich Böll.

           
Ausstellunsdoku© Stefan Arendt
Im Inneren eines Kubus

Die Ausstellung besteht aus vier begehbaren und multimedial bespielten Kuben (3 x 3 x 2,5 Meter), die sich auf ihren Außen- und Innenflächen jeweils einem der vier übergeordneten Themen widmen: Recht und Unrecht, Leben und Miteinander, Religion und Geistesgeschichte sowie Kunst und Kultur.

Jeder Kubus steht für sich, doch die Inhalte verbinden sich zu einem Ganzen. Medial inszeniert wird die 1700-jährige jüdische Geschichte eindrücklich, vielfältig und interaktiv. In den Kuben entsteht eine eigene intensive Atmosphäre, visuelle sowie akustische Eindrücke vermitteln die Inhalte und über Interaktionen können die Besucher*innen diese auch selbst entdecken.  

Mithilfe der Datenbank des Leo Baeck Institute-New York/Berlin (LBI), das Nachlässe, Fotografien und Korrespondenzen sammelt und zur Verfügung stellt, werden Persönlichkeiten und deren private Erlebnisse als Zeugnisse der jüdischen Geschichte herangezogen, um auch lokal breitgefächerte Realitäten aufzuzeigen.  

Hintergrund

Im Festjahr #2021JLID koordiniert der Verein 321 mit großer Unterstützung des Bundes, verschiedener Bundesländer und Kommunen sowie aus der Zivilgesellschaft bundesweit rund 1000 Aktionen und Kulturevents, die dazu beitragen sollen, kulturelle, politische und interreligiöse Debatten innerhalb der Gesellschaft anzustoßen und deutliche Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus zu setzen. Das Festjahr startete bundesweit mit der TV-Ausstrahlung des Festakts, an dem unter anderem der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr des Festjahres teilnahmen.

Seit Jahresbeginn 2021 waren der wöchentliche Podcast #2021JLID zum Thema "Jüdisches Leben heute in Deutschland" von Shelly Kupferberg, Mirna Funk und Miron Tenenberg, die Online-Ausstellung "Jewersity" von Jan Feldman sowie eine Video-Reihe in Kooperation mit dem "Bubales"-Puppentheater aus Berlin über jüdische Feiertage im Festjahr online zu finden.


Quelle:

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit